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Rübenritter

Die Rübenritter der Burg Nohfels oder Novallis

Vier Kilometer von Wolfersweiler, in der Nähe von Nohfelden und  gegenüber von Neubrücke liegt auf der rechten Naheseite ein kleiner Bergkegel mit steilen Abhängen, den man Schlossberg nennt. Hier soll eine herrliche Burg gestanden haben, in der drei Burgfräuleins friedlich zusammen lebten. Doch wurden sie eines Tages von Raubrittern daraus vertrieben. Die durchstreiften von dort aus das ganze Land ringsum und raubten den Bauern die Feldfrüchte. Besonders gern aßen sie Rüben, und wenn sie mit ihren zweirädrigen Karren den steilen Schlossberg herunterkamen, hörte man die Räder schon kreischen: „Riewestehle, Riewestehle, Riewestehle“!

Und wenn es aber die Bauern rechtzeitig merkten und ihrer genug zusammen kamen, um den Raub zu verhindern, und dann die Karren leer wieder heimfahren mussten, dann sagten die Räder bei langsamer Fahrt den Schlossberg hinauf betrübt: „Ma han kä Riewe kritt, ma han kä Riewe kritt“.
Diese Landplage währte so lange, bis Kaiser Rudolf kam und das Nest aushob und die Räuber an den Galgen hängen ließ.

Die zur Burg gehörenden Ländereien erhielten die drei Gemeinden, die den von den Räubern vertriebenen drei Edelfräulein eine Zuflucht gewährt hatten.
Die Geister der drei gehängten Raubritter will man um Mitternacht des öfteren dort beim Schlossberg gesehen haben. Sie schweben ohne Beine in der Luft. Auch soll an dem Berg eine Stelle sein, die man nicht betreten kann, ohne dass einem jäh das Entsetzen überfällt: man hört auf einmal ein Raunen und Rauschen in den Sträuchern und Bäumen, das nimmt immer mehr zu, wird zum Sturm und hört nicht auf, bis man über die Stelle hinaus ist.


(Entnommen aus dem „Heimatlichen Lesebuch“ des Kreises Birkenfeld 1928)

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